Philosophie

Vor etwa 2500 Jahren kamen auf den Plätzen der griechischen Städte Menschen zusammen, um über die Entstehung des Kosmos, über den gerechten Staat oder über die Bedingungen eines glücklichen Lebens zu diskutieren. Die Philosophie entstand in der Diskussion, im Streitgespräch, in einem Bemühen von Menschen aus den verschiedensten Meinungen die Wahrheit herauszufinden.

Das Schulfach Philosophie knüpft an diesem Ursprung an und thematisiert die Grundlagen des menschlichen Wissens und Denkens, die Normen und Werte des Handelns und die Bedingungen der Wirklichkeit in ihren kulturellen, gesellschaftlichen, ökonomischen, geschichtlichen und politischen Erscheinungen. Dabei ist Philosophie allerdings nicht nur ein Fach, in dem Wissen erworben und Stoff angeeignet wird, es geht auch um das Einüben einer offenen, kritischen Haltung, die sich nicht mit gängigen Vorurteilen zufrieden gibt und die auch Widerspruch aushält. Letztlich sucht sie nach Antworten auf Fragen, die aus dem Zweifel am Selbstverständlichen erwachsen.


Welche Inhalte des Faches werden erlernt?

In der Einführungsphase werden im ersten Halbjahr zunächst unterschiedliche Disziplinen der Philosophie vorgestellt, wobei die Schülerinnen und Schüler selbst Schwerpunkte setzen können. Zu den Disziplinen der Philosophie gehören u.a. die Metaphysik, die Religionsphilo-sophie, die Naturphilosophie, die Anthropologie, die Erkenntnistheorie, die Ästhetik, die Ethik/Glücks- und Weisheitslehre und die politische Philosophie. Leitende Fragestellungen für die verschiedenen Disziplinen sind etwa: Was ist wirklich? Wie funktioniert Erkenntnis? Wie soll man handeln? Was ist der Mensch? Wie frei ist der Mensch?

Im zweiten Halbjahr ist die Anthropologie, d. h. die Bestimmung des Menschen, Gegenstand des Philosophieunterrichts.
In der Qualifikationsphase (Q1 und Q2) wird jeweils ungefähr ein Halbjahr für einen Schwerpunkt verwendet. Gemäß den Vorgaben für das Zentralabitur sind das:

  • Ethik: Probleme des menschlichen Handelns (Q1 erstes Halbjahr)
  • Rechts- u. Staatsphilosophie: Probleme von Politik, Recht, Staat u. Gesellschaft (Q1 zweites Halbjahr)
  • Erkenntnistheorie: Probleme des Erkennens und Denkens (Q2 erstes Halbjahr)
  • Moderne Wissenschaftstheorie (Q2 zweites Halbjahr)

Welche Methoden des Faches werden erlernt?

Im Philosophieunterricht werden Methoden und Formen des selbstständigen, kooperativen und fachübergreifenden Arbeitens, Lernens und Denkens eingeübt. Neben den gängigen Unterrichtsmethoden (z. B. Lehrervortrag, Unterrichtsgespräch etc.) gehören hierzu u.a. folgende Arbeitsformen: Planungs- u. Strukturierungsaufgaben, Materialaufbereitung, Referate, Facharbeit, Gruppengespräche, Vorträge, Präsentation, Debatten, Interviews, Recherchen und Fallstudien.
Neben diesen Methoden spielt die philosophische Filmanalyse eine bedeutende Rolle. Ihr leitendes Ziel ist es, das jeweilige philosophische Potenzial eines Films auszuschöpfen. Das Medium Film spielt im Philosophieunterricht eine wichtige Rolle, da es uns an den dargestellten Ereignissen teilhaben lässt, als ob es unsere eigenen Erfahrungen wären. Abstraktes, Dis-kursives, das aus Texten entnommen wird, kann so mit Erfahrungen und Anschauungen verbunden werden, sodass wir die Aussagen der Philosophen auf unsere eigene Lebenswelt beziehen können. Dies macht es möglich Probleme selbst zu erkennen, Lösungen auszuprobieren, Vergleiche zu ziehen, Kritik zu üben usw. Filme können in vielfältiger Weise Anstöße geben. Sie führen zu Themen hin (z.B. „Der Mensch in der Revolte“ – Harold und Maude“), werfen Fragen auf (z.B. „Was ist wirklich?“ – Matrix) und weisen auf Probleme hin (z.B. „Todesstrafe“ – Dead Man Walking). Sie stellen Fallbeispiele dar (z.B. „Die Entstehung von Aggression in hierarchisch organisierten Gruppen“ – Das Experiment) und konfrontieren (z.B. „Lügen ist human“ – Jakob der Lügner).
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit an Schülerwettbewerben teilzunehmen, wie z. B. die jährlich stattfindende „Internationale Philosophie-Olympiade“, die dazu einlädt, sich mit philosophischen Problemen zu befassen, die über den Rahmen des Unterrichts hinausgehen (sie-he auch Anlage „Internationale Philosophie-Olympiade“).

Welche Wahl – und Belegungsmöglichkeiten gibt es?

Das Fach Philosophie kann in der Einführungs- wie auch der Qualifikationsphase ersatzweise für Religion als 3stündiger Grundkurs gewählt werden. In der Qualifikationsphase könnte es auch als 5stündiger Leistungskurs angeboten werden. Philosophie kann als schriftliches oder mündliches Fach belegt werden. Soll es als Abiturfach gewählt werden, muss es spätestens mit Beginn der Qualifikationsphase schriftlich belegt worden sein.

Lehrkräfte
Ruth Dieler
Patrick Spell
Ingrid Terwolbeck
Dokument
Bescheibung
Leistungskonzept
Curriculum

Oberstufe