22 - 11 - 2018

„Theater kommt nie zur Ruhe, weil es um Gefühle geht!“

Dieser Satz des Theaterpädagogen Peter Hägele erscheint mir als ideale Überschrift für die im Theater Münster verbrachten Stunden der Schüler_innen, die im Rahmen der Diversity-AG am Theaterprojekt teilnehmen. 

Im Raum „Probebühne“

Zusammen mit Heike Bernat (Diversity-AG) und Stephanie Müller durften die Kinder gleich mehrere außergewöhnlich beeindruckende Erfahrungen miteinander teilen. Hägele begann den Theaterworkshop mit einem Einblick in die Trainingsstunde der Tanzkompanie unter der Leitung von Esther von der Fuhr. Die Tänzer_innen probten Elemente aus Schuberts „Winterreise“ und auf den beobachtenden Sitzpositionen machte sich staunende Stille breit. Hochaufmerksam schauten die Teilnehmenden den weichen und fließenden und zugleich so körpergespannten Tanzfiguren zu, dass schon an dieser Stelle der Wunsch aufkam, den Tänzer_innen bis zum Ende zuzusehen. 

Jedoch warteten weitere Einblicke hinter den Kulissen des kleinen und des großen Hauses der Städtischen Bühnen. Die Schüler_innen hatten zunächst die Gelegenheit – mucksmäuschenstill – in die Beleuchtungsprobe für das Stück „Kalle Blomquist“ hineinzuschlüpfen. So konnten sie eine Ahnung davon bekommen, mit wieviel Arbeit und Mühe es verbunden ist, die unterschiedlichen Szenen perfekt auszuleuchten. Denn es ist ein großer Unterschied, ob ein Gesicht auf der Bühne Licht braucht oder gerade nicht. Das alles wird Szene für Szene abgespeichert, damit bei der Vorführung sämtliche Lichteinstellungen mit einem Knopfdruck abgerufen werden können. 

Im Kostümfundus

Neben weiteren eindrucksvollen Stationen hinter dem Theater, wie zum Beispiel dem Kostümfundus, in dem auch der Helm aus dem Stück „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ aufprobiert werden konnte, gab es in der letzten Stunde auf der Probebühne 4 die besondere Erfahrung, Theater selbst ausprobieren zu dürfen. In den theaterpädagogischen Übungen ging es zum einen darum, die Aufmerksamkeit sowohl für sich und die eigenen Handlungen zu schulen, als auch darum, die Bedürfnisse der Gruppe stets im Blick zu haben. 

Hier konnten alle lebendig und anschaulich erfahren, welche Bedeutung der Körpersprache und  nonverbaler Kommunikation zukommen. 

Drei Stunden Theaterworkshop, drei Stunden Hineinschnuppern in die Perspektive der Künstler_innen und die besondere Erfahrung, dass mit dem, was Theater ausmacht, etwas in Bewegung kommt. Eben weil es um Gefühle geht. Weil es um jede und jeden einzelne_n geht und jeden einzelnen herausfordert, das Zusammenspiel von Nähe und Distanz im zwischenmenschlichen Bereich auszuloten, zu deuten und daran zu lernen. Schlussendlich zu lernen, wie es ist und sich leben lässt mit unseren vielfältigen menschlichen Gegebenheiten.