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Entlassung der Abiturientinnen und Abiturienten

 

Am Samstag, 26.06.2010, nahmen 78 Abiturientinnen und Abiturienten des Alexander-Hegius-Gymnasiums ihre Abschlusszeugnisse entgegen. Der Gottesdienst und die Feierstunden in der Aula boten Anlass Dank zu sagen und die Abiturientinnen und Abiturienten auf das Leben nach der Schule vorzubereiten.

Die bei der Entlassfeier durch Vertreter der Stadt, der Schule, der Schüler, der Eltern und der Ehemaligen vorgetragenen Reden zeichneten sich durch besonderen Abwechslungsreichtum aus und glänzten sowohl durch hohen Unterhaltungswert als auch durch anregende Denkanstöße. Das Abimotto "Abi-Wan Kenobi" nahmen viele Redner zum Anlass,  einen Bezug zu den StarWars-Filmen herzustellen. Das Verhältnis von Padawan Luke Skywalker zu seinen Meistern Obi-Wan Kenobi und Yoda wurde immer wieder angeführt, um den bisherigen und künftigen Lebensweg der Ex-Schüler zu beleuchten. Besonders Filmzitate aus dem Mund des Yedi-Meister Yoda waren Anlass zum Lachen und Nachdenken:


"Du kannst Veränderungen nicht aufhalten. Genau so wie du die Sonne nicht daran hindern kannst unterzugehen.",  
"Immer zwei es sind! Ein Schüler und ein Meister!",   
"Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid."


Auf die Thematik der Reden waren die Anwesenden bereits im vorhergehnden Gottesdienst vorbereitet worden, der doch tatsächlich mit dem Imperial March (StarWars Thema) endete.
Die Reden aber nur auf das Thema StarWars zu reduzieren, würde den Rednern nicht gerecht. Exemplarisch finden Sie hier die Rede des Stufenkoordinators Manfred Nollmann in Auszügen:

 

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Sehr geehrte Gäste, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte El­tern, mein besonderer Gruß aber gilt Euch: liebe Abiturientinnen und Abiturienten!
 
[...]
 
Am 6. August 2007 begann das neue Schuljahr und wir stan­den uns erstmals gegenüber – genauer gesagt: ihr saßt und habt angeregt Ferienerlebnisse ausgetauscht, und ich stand vorn und musste mir mit dem einen oder anderen lautstarken Ruf um „Ruhe“ den entspre­chenden Respekt verschaffen. Schon an diesem ersten Tag hörte ich aus manchem Schülermund den Satz „Das ist übrigens der Sohn vom ‚Catcher’. Das hat zumindest mein Vater so gesagt.“, und spätestens da war ich in Ahaus und im Münsterland wieder angekommen, und mir wurde bewusst, dass sich hier nun etwas wiederholte, was vor Jahrzehnten schon passiert war. Die Generation der Väter hatte sich hier, in dieser Schule, schon gegenübergestanden, die Generation der Söhne und Töchter tat es nun ebenfalls und tut es heute immer noch.
Der Beginn für unsere drei gemeinsamen Jahre in der Oberstufe war gelegt. Ich mache mich keineswegs anheischig, einen Durchgang durch diese drei Jahre zu machen und Ihre und Eure Geduld über die Ma­ßen zu strapazieren. Historische Rückschau ist ohnehin lückenhaft, subjektiv und womöglich verzerrt und verfälscht. Allenfalls an wenige hervorstechende Meilensteine dieser drei Jahre sei erinnert, auch diese gebrochen durch die vielleicht persönlichen Erinnerungen des Berichterstatters.
Ein Höhepunkt in den letzten drei Jahren war sicherlich die Stufenfahrt in der Jahrgangsstufe 11. Wäh­rend der Großteil Eurer Stufe nach Südtirol fuhr, um die Techniken im Skifahren zu erlernen oder gar zu vervollkommnen, steuerten gut 30 von Euch zusammen mit Frau Faber und mir die Toskana an, um in die Geschichte und Kultur dieser schönen Region Italiens einzutauchen. Zugegeben – der Mann, der uns in Florenz durch die Uffizien führte, war vielleicht nicht die beste Besetzung. Er war durchaus bewandert und belesen, allerdings eher auf dem Gebiet der Architektur und Baukunst. Und so erklärte er uns mit Inbrunst und leuchtenden Augen die Besonderheiten der Flure und Treppenhäuser in diesem einmaligen Museum, an so vielen Meisterwerken, die an den Wänden hingen, ging er leider wortlos vorüber. Aller­dings wurden wir in Siena entschädigt durch einen Stadtführer ganz anderen Kalibers, der uns ein lebendi­ges Bild der Toskana zu vermitteln vermochte.
Mein Blick schweift in zwangloser Richtung weiter durch die drei Oberstufenjahre und bleibt stehen in der Jahrgangsstufe 12 beim Hochschulinformationstag in Münster, wo Ihr schon einmal einen Vorgeschmack auf die Institution be­kommen konntet, die viele von Euch in den kommenden Jahren besuchen werden. Selbst ich durfte an diesem Tag einen lichten pädagogischen Moment erleben, als ich feststellen durfte, dass meine dringenden Empfehlungen, ja nicht den Vortrag eines renommierten Münsteraner Historikers zu verpassen, tatsäch­lich auf fruchtbaren Boden gefallen sind, und so saßen denn Schüler und Lehrer des LK Geschichte ver­eint im Hörsaal und lauschten andächtig dem Vortrag über die Bedeutung des 9. No­vember in der deut­schen Geschichte. Als der Referent über den 9. November 1989 sprach, wurde mir allerdings auch be­wusst, wie viele Jahre uns doch eigentlich trennen. Da sprach einer über ein Epoche machendes Ereignis, das ich erlebt habe, als nur unwesentlich älter als Ihr heute war, als Ihr freilich zu einem großen Teil noch gar nicht auf der Welt wart.
Schließlich erinnere ich mich an Eure letzte Schulwoche in der Jahrgangsstufe 13, in der Ihr große Kreati­vität an den Tag gelegt habt, was Eure äußere Aufmachung betraf. Da wurde mir übrigens ein weiteres Mal bewusst, wie viele Lebensjahre uns trennen. Denn so manche Comicfiguren und Serienhelden, die Ihr unter dem Motto „Helden der Kindheit“ präsentiert habt, haben bei mir, der ich mit Mickey Mouse, Do­nald Duck und natürlich Asterix aufgewachsen bin, eher ein großes Fragezeichen hinterlassen. Etwas un­kon­ventio­nell war in dieser Woche auch der Weg, den ich zur Schule zurückzulegen hatte: verkleidet als eine Figur der Science-Fiction- und Helden-Saga „Star Wars“, sitzend auf einem Bollerwagen und gezogen von den eigenen Schülern unter deren lautem „Humba-Humba-Gesängen“. Meine Nachbarn haben etwas irritiert und verstört hinter den Gardinen dieses seltsame Treiben vor ihren Häusern verfolgt und waren wohl ganz froh, dass der Spuk dann schnell vorüber war. Wie gesagt: etwas unkonventionell, aber doch eine schöne Erinnerung.
 
[...]
 
Welche Wege werdet Ihr nun gehen? Welche Fakultäten welcher Universitäten werdet Ihr besuchen? Wel­che Berufe werdet Ihr einmal ergreifen? Das „Eintritts- bzw. Reiseticket“ für diesen neuen Weg werdet Ihr gleich in Form Eurer Abiturzeugnisse erhalten. Sie Bescheinigen Euch, dass Ihr hier das nötige Rüst­zeug für den weiteren Weg bekommen habt. Ihr werdet nun in sehr viel größerer Eigenverantwortung Richtung und Vorwärtskommen auf diesem Weg selbst bestimmen.
Eure Wege werden Euch auch trennen. Heute seid Ihr noch einmal in der ganzen Jahrgangsstufe vereint. Schon in wenigen Wochen werdet Ihr in alle Himmelsrichtungen verstreut sein. Haltet den Kontakt zu­einander aufrecht, was im medialen 21. Jahrhundert kein Problem darstellen sollte, wahrt auch den Kon­takt zu Eurer Schule, wohin auch immer die Wege Euch führen werden. Und schließlich: Welchen Weg auch immer Ihr geht, folgt Euren Neigungen und Begabungen und nutzt diese zu Eurem eigenen und zum Wohle anderer.
Nachdem ich nun, gleich dem römischen Gott Janus, einen Blick in die Vergangenheit und einen kurzen Ausblick in das noch vor Euch Liegende getan habe, ist es Zeit, zum Ende zu kommen. Vorab will ich es aber nicht versäumen, an dieser Stelle Dank auszusprechen an diejenigen, die Euren Weg hier im Hause bislang begleitet haben. Mein Dank gilt all den Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten drei Jahren alles daran gesetzt haben, aus Euch anständige und gute Abiturientinnen und Abiturienten zu machen. Mein Dank gilt weiter den Kollegen der Koordination und Verwaltung, Herrn Efing, Herrn Schürmann und Herrn Disse, ohne die der organisatorische Ablauf der vergangenen Jahr kaum so funktioniert hätte. Schließlich gilt mein Dank der Schulleitung für ihren Einsatz, namentlich Herrn Hiddemann und Herrn Terwolbeck sowie Herrn Engelhardt und Herrn Hilbk.
Da ich mein anfangs angekündigtes Zeitmaß von drei Minuten erreicht und wohl auch schon maßlos überschritten habe, ist es jetzt aber wirklich an der Zeit, einen Punkt zu setzen. Ich danke für Eure und Ihre Geduld und Aufmerksamkeit.
 
 

 

Aktualisiert (Donnerstag, 08. Juli 2010 um 20:36 Uhr)

 
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